Instagram? Das ist doch was für Teenager!

Als der kostenlose Bilderservice Instagram 2010 an den Markt ging, schien er nicht viel mehr zu sein als ein weiteres Spielzeug für selbstverliebte Selfieschützen. Zwei Jahre später hatte der Bilderdienst weltweit gerade mal 30 Millionen Nutzer. Dennoch kaufte Facebook das Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt zwölf Mitarbeiter hatte, im September 2012 für eine Milliarde Dollar! Heute, vier Jahre später, nutzen Instagram über 500 Millionen Menschen und Unternehmen weltweit.

Dennoch haftet dem sozialen Medium, zumindest in Deutschland, nach wie vor der Ruf des nutzlosen Spielkrams an. Aufgedrehte Backfische posten ihre neuesten Fingernagelkreationen und Knutsch-Fotos mit dem zahnspangenbewehrten ersten Freund, den sie selbstverständlich heiraten werden. So oder so ähnlich die Vorstellung, mit der die meist männliche Generation 40+ den Fotoservice nachsichtig betrachtet.

Wie funktioniert Instagram?

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Instagram-Fotos lassen sich schnell mit dem Smartphone schießen und mit wenigen Handgriffen stimmungsvoll nachbearbeiten.

Instagram ist ein Microblog ähnlich wie Twitter, der allerdings seinen Schwerpunkt auf Bilder anstatt Text legt. „Eigentlich“ ist Instagram eine reine Mobilanwendung; zwar gibt es auch eine Desktop-Oberfläche, die allerdings nur einen eingeschränkten Funktionsumfang hat und am eigentlichen Sinn der Applikation vorbeigeht.

Möchte ein Privatmensch oder eine Institution (Firma, Museum, soziale Einrichtung, Einzelhandel etc. pp.) Instagram nutzen, so lädt diese/r sich die entsprechende, kostenlose App auf ein Smartphone herunter und richtet mit wenigen Handgriffen ein Benutzerkonto ein. Und schon kann´s losgehen: Foto gemacht, vielleicht ein wenig bearbeitet, kurzer Text geschrieben, gepostet, fertig.

Das ist natürlich nicht alles. Ähnlich wie in anderen sozialen Medien kann man anderen Nutzern folgen, spezifische Nutzer suchen (Freund/Freundin, Kumpels, Arbeitgeber, die bevorzugte Fleischerei, das Stadtmarketing, die Bundesregierung und, und, und…). Die Bildbeiträge können mit Texten und Hashtags versehen werden, andere Nutzer können diese kommentieren. Kurze Videos können ebenfalls veröffentlicht werden.

Was tut Instagram?

Mit ein wenig fotografischem Geschick und dem Einsatz der vielen zur Verfügung stehenden, meist selbsterklärenden Filter können mithilfe von Instagram sehr schöne Fotos entstehen. Instagram-Fotografie ist sogar inzwischen auf dem Weg, eine eigene Kunstform zu werden.

Primär erzeugt Instagram damit visuelle Aufmerksamkeit. Umso mehr, weil das jeweilige Benutzerkonto mit anderen sozialen Medien verknüpft werden kann. Postings, die auf Instagram veröffentlicht werden, können automatisch bei Facebook, Twitter und Tumblr weiter verbreitet werden, was die Reichweite auf diese Weise sekundär dramatisch erhöht.

Wer nutzt Instagram?

500 Millionen Menschen (das ist eine halbe Milliarde, also etwa 1/16 der Weltbevölkerung!) sind derzeit monatlich auf Instagram aktiv. 300 Millionen Menschen nutzen Instagram täglich. In Deutschland gibt es etwa 9 Millionen Nutzer, das sind mehr als 10% der Bevölkerung. Täglich werden weltweit über 95 Millionen Bilder und Videos geteilt und 4,2 Milliarden Likes vergeben.

Nur der Branchenprimus Facebook wird noch intensiver genutzt – Instagram ist damit das zweitgrößte soziale Netzwerk weltweit.

Der größte Anteil der Nutzer ist weiblich und unter 35, aber auch viele Firmen und große Konzerne wie z.B. REWE oder der Energiekonzern e.on nutzen Instagram für ihr social media – Marketing.

Und was bringt das alles?

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Urlaubsregionen erreichen mit Instagram schnell und effizient Ihre Zielgruppe. Erinnerungen werden wach …

Vor allem Nutzer, deren unternehmerischer Erfolg von schönen bzw. informativen Bildern abhängt, sollten besser heute als morgen damit beginnen, Instagram für ihr Marketing zu nutzen. Die Verbreitung, die ihre Nachrichten erfahren, wäre unvergleichlich groß. Eine klare Strategie und kontinuierliche Aktivität vorausgesetzt, bliebe ein Engagement auf Instagram keinesfalls folgenlos.

Die Liste der in Frage kommenden Branchen ist lang und auf keinen Fall vollständig:

  • Autohäuser
  • Brauereien
  • Bäckereien
  • chemische Industrie
  • Dienstleister
  • Einzelhandel
  • Freizeiteinrichtungen (vom ländlichen Schwimmbad bis zum Fitnessclub der gehobenen Klasse)
  • Fotografen
  • Gastronomiebetriebe
  • Gesundheitswesen (Ärzte, Zahnärzte, Heilpraktiker, Apotheken)
  • Hotels
  • Immobilienmakler
  • Journalisten
  • Künstler
  • Lebensmittelproduktion, -verarbeitung und -handel
  • Museen
  • Nachrichtenmedien (Zeitungen, Radio, TV)
  • Ofenbauer
  • Personalmarketing
  • Quatschmacher
  • Restaurants
  • Reiseveranstalter
  • Saftproduzenten / Mostereien
  • Tätowierer
  • Tourismus: Ferienhäuser, Ferienwohnungen, Kurverwaltungen, Tourismusmarketing
  • Unternehmensberater
  • Versicherungen & Versicherungsmakler
  • Vereine
  • Winzer und Weinhändler
  • YogalehrerInnen
  • Zauberkünstler

Quellen

Marketing Börse

Spiegel online

Wikipedia