Pod … was, bitte?

Die Website Online Marketing Rockstars nimmt sich in einem Artikel vom 10.08.16 dem Thema Podcasting an. Obwohl diese Form des multimedialen Marketings bereits etwa 12 Jahre alt ist, führt sie in Deutschland immer noch ein Nischendasein.

Meine eigenen Erfahrungen mit Podcasting sind ebenso lang wie durchwachsen. Vor zehn Jahren habe ich mir bei einem führenden deutschen industriellen Interessenverband regelmäßig den Mund fusselig geredet, weil ich den Damen und Herren die kurzen, regelmäßig erscheinenden Audiobeiträge als Marketinginstrument schmackhaft machen wollte. Mein Fehler damals: Ich habe den Begriff „Podcast“ verkauft anstatt die Sache als solche. Das Resultat war wohlwollendes, aber desinteressiertes Schulterklopfen.

Eine Dekade später kommt das Thema Podcast in Deutschland immer noch quälend langsam aus dem Quark. Meiner Erfahrung nach schrecken viele Entscheidungsträger in den Marketingabteilungen nach wie vor davor zurück, weil sie hinter dem merkwürdigen Kofferwort einen unüberschaubaren technischen und finanziellen Aufwand befürchten.

Zu teuer, zu aufwändig, zu nerdig?

Dabei braucht man für einen Podcast lediglich folgendes:

  • Speicherplatz (hat man sowieso, wenn man eine Website hat)
  • Ein digitales Aufnahmegerät (ab 100 € )
  • Schnittsoftware (z.B. Audacity, kostenlos)

Unternehmensintern fehlen meist die Ressourcen für einen eigenen Podcast, also braucht man evtl. noch einen Freelancer, der sich damit auskennt. Aber den braucht man für Flyer, Website und Türschild ja auch. Also, wo ist das Problem?

Erstaunlicherweise wird dem Thema völlig anders, sprich: aufgeschlossener, begegnet, wenn man die Begrifflichkeiten austauscht. Ersetzt man den Eigennamen des Audio-Bloggens beispielsweise durch „Content Marketing“, hat man sofort die Aufmerksamkeit seines Gegenübers sicher. Folgt dann die kurze Erklärung, dass es sich bei dem Marketinginstrument um kurze Hörbeiträge handelt, die – wie „normale“ Textbeiträge auch – in regelmäßigen Abständen neu erscheinen sollen, ist man als Dienstleister schnell im Gespräch. Folgt dann erst der Einwurf, dass das Ganze auch unter dem Namen „Podcasting“ bekannt ist, sind die schlimmsten Klippen umschifft.

Und was bringt das dann?

Eine Menge! Podcasts können einerseits auf der eigenen Website verbreitet werden und sprechen durch ihr Radio-ähnliches Format ein Klientel an, an der lange Texte aus unterschiedlichen Gründen vorbeigehen. Podcasts kann man bei jeder Gelegenheit hören: Im Auto, in der Bahn, beim Joggen etc.

Interessant ist allerdings auch die mögliche Reichweite, denn es gibt spezielle Dienste (allen voran Apples Medienportal iTunes), über die Podcasts sehr weit verbreitet werden können.Hinzu kommen Eigenschaften, die Texte und Bilder allein nicht leisten können: Sprache, Stimme, Musik. Stellt sich allerdings Frage: Warum macht man nicht gleich ein Video? Ganz einfach: Videos sind toll und bieten bewegte Bilder, sie zu produzieren ist allerdings im Vergleich wesentlich aufwändiger. Podcasts dagegen sind das ideale Medium, um schnell und effizient multimediale Inhalte zu publizieren.

Fazit: Podcasts sind für viele Branchen, vor allem für solche mit erklärungsbedürftigen Produkten und Leistungen, ein interessantes und bislang weit unterschätztes Marketinginstrument.